"Wir stehen auf den Schultern derer, die hier am 12. September 1847 zusammengekommen sind", sagte Verfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth. Gemeint sind die "Entschiedenen Freunde der Verfassung", die im Salmen mit den "13 Forderungen des Volkes in Baden" den ersten Grundrechtekatalog in deutscher Sprache veröffentlicht hatten.
"Auch wir sind Freunde der Verfassung", so Harbarth weiter. Beispielhaft sei der Mut, mit dem die Demokraten damals antraten.
Zuvor war Oberbürgermeister Marco Steffens auf die ambivalente Geschichte des Hauses eingegangen, das für die besten und die schlimmsten Seiten der deutschen Geschichte stehe: Im November 1938 hatten ein nationalsozialistischer Mob die darin befindliche Synagoge geschändet und verwüstet - Auftakt zum Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Für Verfassungsgerichtspräsident Harbarth war es auch ein persönliches Anliegen, seinen Kolleginnen und Kollegen den Salmen in seinen guten wie auch in seinen schlimmen Aspekten zu zeigen: Er hatte am 13. Mai 2022 die Festrede zur Neueröffnung der Gedenkstätte gehalten.
Unter den Gästen waren Muhterem Aras, damals Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sowie der damalige stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl. In der gleichen Veranstaltung wurde der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Offenburg ausgezeichnet, informierte OB Steffens. Auf lebhaftes Interesse stieß sein Hinweis, dass viele der Verfassungsfreunde von 1847 Juristen waren - so der damalige Offenburger Bürgermeister Gustav Rée und die späteren Revolutionäre Friedrich Hecker und Gustav Struve.
In zwei Gruppen, geführt von Kulturchefin Carmen Lötsch und Salmen-Leiterin Katarina Ankerhold, informierten sich die Verfassungshüter*innen über die Inhalte der Ausstellungen im Haus.










