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Stadtgesichter: Mit Simon Krummradt im Viertel

- 27.05.2026 - 

Infos tanken, Projekte starten

Wenn Simon Krummradt durch das Quartier rund um Bahnhof, Schlachthof oder Stegermatt unterwegs ist, begegnet er ganz unterschiedlichen Menschen – genau dieser Austausch macht seine Arbeit für ihn besonders spannend. Seit zweieinhalb Jahren arbeitet der 32-Jährige als Quartiersmanager bei der Stadt Offenburg. Sein Ziel: das Quartier beleben, Menschen vernetzen und ein offenes Ohr für Anliegen schaffen.

Sein Weg zum Quartiersmanager führte Krummradt zunächst ins Ausland: Dort studierte er Anthropologie sowie Soziologie und schloss später einen sozialwissenschaftlichen Master an. Heute bringt er dieses breit gefächerte Wissen direkt in die Praxis ein: Als Quartiersmanager engagiert er sich zu 80 Prozent im Sanierungsgebiet Bahnhof-Schlachthof, ein Fünftel seiner Zeit widmet er der Südstadt mit Stegermatt und Eiserner Hand.
 
Simon Krummradt
Simon Krummradt.
Das Herzstück seiner Quartiersarbeit ist die „Info-Tanke“. Was ursprünglich vor allem als Büro gedacht war, versteht Krummradt heute als „Möglichkeitsraum“ – einem lebendigen Treffpunkt für Austausch, Fragen und frische Ideen. Dienstags bis donnerstags von 15 bis 17 Uhr stehen die Türen hier für alle offen. Die Räume werden auch vom Integrationsbüro rege genutzt: Neben Deutschkursen und dem internationalen Stammtisch des Integrationsbüros ist der Ort auch Startpunkt für gemeinsame Stadtteilspaziergänge.
 
Ob es um das Sanierungsgebiet, den neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) oder Angebote im Quartier geht – die Anliegen der Menschen sind vielfältig. Neben Sorgen und Kritik entstehen aus der Bürgerschaft auch ganz konkrete Visionen: Eine Anwohnerin regte etwa einen gemütlichen Aufenthaltsraum am Bahnhof an, in dem Familien mögliche Zugverspätungen entspannt überbrücken können.
 
„Ich freue mich, wenn die Menschen mit Fragen und Kritik auf mich zukommen“, betont Krummradt, „denn der Austausch ist immer wertvoll.“ Gerade die Vermittlung zwischen den Planenden im Rathaus und der Bewohnerschaft sei oft herausfordernd. Seine Rolle ist dabei klar definiert: Er hört zu, bündelt die Themen und trägt sie gezielt an die richtigen Stellen der Stadtverwaltung weiter.
 
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind sogenannte Mikroprojekte. Über diese Förderung im Sanierungsgebiet Bahnhof-Schlachthof und den Verfügungsfonds im Sanierungsgebiet Südstadt können Bürger*innen, Vereine oder Gruppen Fördergelder für gemeinnützige Projekte beantragen. Krummradt unterstützt dabei nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch – etwa mit Hinweisen zu Genehmigungen oder Veranstaltungen. Gefördert wurden unter anderem Kunstprojekte, Flohmärkte oder Nachbarschaftsaktionen. „Ich möchte Menschen dabei unterstützen, ihre Ideen umzusetzen“, sagt er.
 
Motivation zieht Krummradt vor allem aus den Begegnungen mit Menschen. „Veranstaltungen, bei denen ich ins Gespräch komme und höre, was die Menschen beschäftigt, motivieren mich besonders“, erzählt er.
 
Wenn er nicht im Quartier unterwegs ist, verbringt Krummradt seine Freizeit gerne draußen. Oft fährt er einfach irgendwohin, steigt aus und geht spazieren. Vielleicht passt genau das zu seiner Arbeit: unterwegs sein, wahrnehmen, zuhören – und Menschen zusammenbringen.
 
KOWO - kommunales Wohnbauförderprogramm