In Deutschland wenden sich immer mehr Menschen von den christlichen Kirchen ab, sie treten aus. Bedeutet das, dass der Glaube schwindet? Andererseits beteten Millionen Menschen für den 2025 verstorbenen Papst Franziskus und auch sein Nachfolger Leo XIV. wurde begeistert und hoffnungsfroh empfangen. Evangelische Kirchentage und Katholikentage ziehen regelmäßig ein zahlreiches, auch junges Publikum an und erproben neue Formen von Religion und persönlichem Glauben. Wie hat sich der Glaube verändert und mit ihm seine Zeichen und Attribute? Wie wurde er gelebt – zuhause, aber auch unterwegs im öffentlichen Raum – und wie wird er heute praktiziert? In welchen Riten und sakralen Objekten nahm und nimmt er Gestalt an? Im Jahr 1996 überreichte der Kölner Sammler Ansgar Fütterer dem Museum im Ritterhaus über 200 Zeugnisse christlicher Glaubenspraktiken. Die Ausstellung ist dem im vergangenen Herbst im hohen Alter verstorbenen Mäzen gewidmet. Entschlüsselt werden Bedeutung und Ikonografie der Objekte – und faszinierende Details neu entdeckt. Repräsentieren sie noch immer den christlichen Glauben, oder welche Dinge sind heute an ihre Stelle getreten?
Badisches Klosterbuch
Es läuft ein umfangreiches Begleitprogramm. Unter anderem findet am Mittwoch, 1. Juli, um 19 Uhr eine Buchpräsentation mit den Herausgebern des Nachschlagewerks „Badisches Klosterbuch“ statt:
Klöster prägten über Jahrhunderte die Landschaften Baden-Württembergs. Vielerorts waren sie ein wichtiger Faktor im Rahmen der Siedlungsentwicklung, für die Religionsverbreitung und Ausübung sowie für das wirtschaftliche und soziale Leben. Klösterliches Leben und seine Ausprägungen präsentieren sich facettenreicher als gemeinhin gedacht. Das neue Nachschlagewerk widmet sich dieser Vielfalt nach standardisierten wissenschaftlichen Maßstäben und resultiert aus einem Projekt der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg und der Universität Freiburg, Historisches Seminar, Abteilung Landesgeschichte. Expert*innen und Wissenschaftler*innen aus dem ganzen Land brachten dabei ihr Wissen und neue Rechercheergebnisse zu Orten religiösen Lebens in Baden in einem umfassenden Gesamtwerk zusammen. Seit wenigen Wochen ist es nun sogar online fassbar über die Rechercheplattform LEO-BW.
Auch in Offenburg war die Ansiedlung des Franziskanerordens im 13. Jahrhundert wichtig für die Entwicklung der Stadt, Beginen und Kapuziner kamen mit den Jahrhunderten hinzu und prägten die Stadtgesellschaft. Das Badische Klosterbuch verzeichnet sie nun alle, dabei zeigt sich auch für Offenburg eine größere Vielfalt an religiösen Gemeinschaften als bislang bekannt. Anhand der fundierten Ergebnisse können die Geschichte und Baugeschichte verständlich nachgelesen werden, zugleich wird die Quellenüberlieferung erschlossen. Die Projektverantwortlichen und Herausgeber Jürgen Dendorfer von der Universität Freiburg und Wolfgang Zimmermann, ehemaliger Leiter des Generallandesarchivs in Karlsruhe, erläutern die Ergebnisse.
Die Veranstaltung findet bei gutem Wetter im Kreuzgang des Kapuzinerklosters statt, Eingang über die Gymnasiumstraße 7. Bei schlechtem Wetter im Foyer des Museums im Ritterhaus.
Anmeldung erbeten unter E-Mail an museum@offenburg.de oder Telefon 0781/82-2577.










