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Dolmetscher*innen gesucht - deutsch sprechende Menschen mit guten Türkisch-Kenntnissen

- 13.11.2023 - 

Der Dolmetscher-Pool, der vom Caritasverband mit rund 14.000 Euro, vom Integrationsbüro der Stadt Offenburg und der Bürgerstiftung St. Andreas finanziert wird, sucht händeringend nach Menschen, die in der türkischen und deutschen Sprache zu Hause sind. Nevim Kilinc geht mit gutem Beispiel voran. Die 46-Jährige ist seit 2018 engagiert dabei.

Der Dolmetscherpool Offenburg wurde in Kooperation mit der Stadt Offenburg, dem Diakonischen Werk im evangelischen Kirchenbezirk Ortenau und dem Caritasverband Offenburg-Kehl e.V. gegründet. Der Pool ermöglicht Einrichtungen und Behörden, die ihren Sitz in Offenburg oder Ortsteilen haben, bei bestehenden Sprachbarrieren Dolmetschende hinzuzuziehen. Umliegende Gemeinden haben die Möglichkeit, durch eine Kooperationsvereinbarung ebenfalls den Dolmetscherpool Offenburg zu nutzen.
Für bestimmte Institutionen und Behörden ist der Zugang und die Nutzung des Dolmetscherpools kostenlos, andere Institutionen müssen die Aufwandsentschädigung für die Dolmetschenden selbst übernehmen. Die ehrenamtlichen Dolmetschenden übersetzen dabei mündlich, eine schriftliche Übersetzung ist nicht möglich. Für Privatpersonen steht der Dolmetscherpool Offenburg nicht zur Verfügung.
 
Larissa Metzger (l.) und Nevim Kilinc vor dem Historischen Rathaus.

Nevim Kilinc hat in Kehl als Dolmetscherin angefangen und betreibt inzwischen ein professionelles Büro. Sie ist eine große Stütze für den Pool, für den sie sich ehrenamtlich einsetzt. "Der Bedarf ist groß", weiß sie aus langjähriger Erfahrung. In den vergangenen Monaten erhielt sie bis zu zehn Anrufe pro Tag. "Ich musste oft absagen, da muss etwas passieren." Daher appelliert sie an ihre türkischen Landsleute, ihre Sprachkenntnisse einzusetzen und zu helfen. Sie denkt dabei an junge Frauen, die sich einbringen können, während die Kinder in der Kita oder in der Schule sind; an Rentnerinnen und Rentner, die auf diese Weise ein bisschen Abwechslung bekommen – und grundsätzlich Menschen, die sich gerne vernetzen und neue Menschen und Institutionen kennenlernen wollen.

Sie appelliert vor allem auch an türkische Männer, sich zu melden: "Gerade bei Arztbesuchen ist es oft angenehmer, wenn Männer Männer begleiten." Dabei geht es nicht um die perfekte Übersetzung. Es geht darum, den Sinn zu erfassen und zu vermitteln: "Man kann sich das zutrauen." Sie selbst ist in der Lage, simultan zu dolmetschen. Dieses hohe Niveau sei aber gar nicht notwendig. "Man muss den Sachverhalt verstehen und adäquat wiedergeben." Wichtig sei, sich nicht vereinnahmen zu lassen, betont Nevim Kilinc. Man werde für ein Behördengespräch um Hilfe gebeten und nicht für private Belange. Da müsse man lernen, klare Grenzen zu ziehen.

Wer neu beginnt, erhält eine zwei- bis dreitägige Grundschulung. Es finden Austauschtreffen statt und immer wieder Angebote zu speziellen Themen. Wer sich mit bestimmten Themen nicht befassen möchte, kann dies selbstverständlich angeben: "Es ist schließlich ein Ehrenamt", unterstreicht Larissa Metzger, die sich bei der Caritas um den Dolmetscherpool kümmert. Neben Türkisch werden Fachleute für Kurdisch, Mandika, Somali, Albanisch, Dari, Farsi, Georgisch, Bulgarisch, Rumänisch und Ukrainisch gesucht. 

Personen, die sich für die Tätigkeit interessieren, oder Einrichtungen, die den Dienst in Anspruch nehmen wollen, melden sich bei Larissa Metzger, E-Mail larissa.metzger@caritas-offenburg.de.