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Landrat Thorsten Erny und OB Marco Steffens drängen auf Verlässlichkeit des Tunnelbaus der Bahn

- 22.01.2026 - 

Klares Bekenntnis gefordert

Am 28. Januar 2016 hat der Deutsche Bundestag den menschen- und umweltgerechten Ausbau der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel beschlossen – unter anderem mit zweiröhrigem Tunnel in Offenburg, einer zweigleisigen Güterzugtrasse entlang der Bundesautobahn 5 (A 5) und umfangreichem Lärmschutz. Doch trotz planerischer Fortschritte bleiben zentrale Fragen offen.

Landrat Erny (l.) und OB Steffens sorgen sich um die Umsetzung der Bahnpläne.

Im Vorfeld des Jahrestags haben sich Landrat Thorsten Erny und Oberbürgermeister Marco Steffens in einem gemeinsamen Schreiben an den Bundesminister für Digitales und Verkehr sowie den Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg gewandt und darin appelliert, am vereinbarten Ausbau festzuhalten.

Der von Erny und Steffens als „historische Weichenstellung für die Region“ bewertete Beschluss des Bundestags sieht vor, in Offenburg einen zweiröhrigen Eisenbahntunnel anstelle eines oberirdischen Ausbaus zu bauen. Zwischen Offenburg und Riegel soll eine zweigleisige Güterzugstrecke in Parallellage zur A 5 entstehen; die bestehende Rheintalbahn wird für den Personenfern- und -nahverkehr ertüchtigt. Beide Strecken sollen einen Lärmschutz erhalten, der über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgeht. „Seither hat die Deutsche Bahn die Planungen für den Tunnel Offenburg sowie für den Neubau an der Autobahn und den Ausbau der Bestandsstrecke vorangebracht. Der Tunnel Offenburg befindet sich inzwischen im Planfeststellungsverfahren; für den Abschnitt von Hohberg bis Riegel sollen die Planfeststellungsunterlagen noch in diesem Jahr beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden“, informiert Landrat Erny.

Gleichzeitig wächst in der Region die Sorge, dass sich der Ausbau vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage des Bundes verzögern könnte. „Zehn Jahre nach diesem historischen Bundestagsbeschluss erwarten wir vom Bund ein unmissverständliches Bekenntnis zum Aus- und Neubau der Rheintalbahn auch in unserem Abschnitt“, betont Erny.

OB Steffens unterstreicht die besondere Bedeutung des Projekts für die größte Stadt im Orte-naukreis: „Mit der Tunnellösung und der Verlagerung der Güterzüge an die Autobahn wurde vor zehn Jahren ein Weg aufgezeigt, der Offenburg dauerhaft von Lärm und Durchgangsverkehr entlastet. Unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass dieses Versprechen eingelöst wird. Es braucht jetzt Planungssicherheit und klare Signale aus Berlin.“

Konkret fordern Landrat Erny und OB Steffens vom Bund, am vereinbarten Ausbaupaket festzuhalten:

Neubau des zweiröhrigen Güterzugtunnels Offenburg, Neubau der zweigleisigen Güterzugstrecke in Parallellage zur A 5, Ausbau der bestehenden Rheintalbahn für den Personenfern- und -nahverkehr, Optimierung der Bauabläufe, damit die derzeit geplante sechsjährige Vollsperrung der Bestandsstrecke (2036 bis 2041) deutlich reduziert werden kann, Lärmschutz nach Maßgabe des Projektbeiratsbeschlusses vom 26. Juni 2015 sowohl an der Neubau- als auch an der Ausbaustrecke.

Der Ausbau ist die Voraussetzung dafür, den Güterverkehr spürbar von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Gleichzeitig eröffnet er die Chance, mit einem Halbstundentakt im Fernverkehr und einem Viertelstundentakt im Nahverkehr die Qualität des Angebots für Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Reisende deutlich zu steigern.