Die Wirtschaft in der Kinzigstadt steht vergleichsweise gut da. Das befand auch die Vorständin der Volksbank eG – Die Gestalterbank, Irmgard Sachsenmaier. „Die wirtschaftliche Lage in Offenburg zeigt sich insgesamt solide", bilanzierte sie vor einiger Zeit im OFFENBLATT-Interview. Die breit aufgestellte Unternehmenslandschaft vom Handwerk über den Handel bis zur Industrie trage dazu bei, „dass Offenburger Unternehmen auch in herausfordernden Zeiten eine vergleichsweise hohe Stabilität und Krisenresilienz aufweisen", so Sachsenmaier weiter.
Geht es nach Marco Butz, dürfe man sich auf diesem Pfund nicht ausruhen, denn: „Die Stadt verfügt über keine eigenen Gewerbeflächen mehr. Das, was vorhanden ist, ist bereits reserviert, Stückwerk oder befindet sich in Privateigentum“, so Butz. Er weiß aus beruflicher Erfahrung um die möglichen Konsequenzen, falls hier keine Abhilfe geschaffen wird: „Ohne Erweiterungsmöglichkeiten kann ein Unternehmen nicht gedeihen. Das schauen sich Unternehmerinnen und Unternehmer nicht lange an. Sie wechseln nicht selten den Standort."
Und nicht nur Marco Butz sieht das so. Der Geschäftsführer von J. Schneider Elektrotechnik, Marco Geiler, berichtet von den Schwierigkeiten, die die Flächenknappheit für sein Traditionsunternehmen darstellt. Dieses habe seinen Umsatz seit 2020 nahezu verdoppelt und die Belegschaft wachse kontinuierlich: „Wir sind ein Offenburger Unternehmen und möchten dies bleiben", betonte Geiler im OFFENBLATT-Interview. Gleichzeitig räumte er ein: „Expansionsmöglichkeiten sind hier extrem begrenzt. Daher sind wir teilweise gezwungen, im Umland attraktive Expansionsmöglichkeiten zu suchen."
Wenn Unternehmen abwandern, verliere eine Stadt mehr als nur Arbeitsplätze, weiß Marco Butz. Denn die Gewerbesteuer ist – so formuliert es Marco Butz – „die Königseinnahme einer jeden Kommune". Aus ihr finanziert Offenburg Schulen, Kitaplätze, Sportanlagen, kulturelle und soziale Einrichtungen. Und es geht auch um künftige Generationen: Unternehmen vor Ort bedeuten Ausbildungsplätze und Berufsperspektiven für junge Menschen. Sie sind zudem wichtig für die Hochschule Offenburg, die mit ihren dualen Studiengängen auf Partner in der regionalen Wirtschaft angewiesen ist.
Mehr als Wirtschaftspolitik
„Die Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze für Offenburgerinnen und Offenburger ist nicht nur reine Wirtschaftspolitik. Arbeitsplätze schaffen auch die soziale Grundlage unserer Stadt für die Zukunft", sagt Marco Butz. Um diese Zukunft zu sichern, brauchen Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten in Form von Gewerbeflächen.








