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In Uffhofen trafen sich Befürworter und Gegner zum Informationsaustausch mit Bürger*innen

- 05.02.2026 - 

Diskussion über Sonderlandeplatz

Bürgerentscheid gr In der Mensa der Konrad-Adenauer-Schule fand am 30. Januar die erste Infoveranstaltung zum Bürgerentscheid über die Zukunft des Sonderlandeplatzes statt. Befürworter und Gegner präsentierten ihre Argumente.

Befürworter und Gegner präsentierten ihre Argumente.

Einleitend skizzierte der Leiter der Abteilung Stadtplanung und Stadtgestaltung, Leon Feuerlein, den derzeitigen Sachstand: Das mögliche Gewerbegebiet auf dem Königswaldfeld könnte in zwei Bauabschnitten (je zehn Hektar) entwickelt werden. Das südliche Drittel des Sonderlandeplatzes bliebe unbebaut; die Landebahn könne renaturiert werden. Der Fokus solle auf Gewerbebetrieben liegen, die Wertschöpfung generieren. Darüber, wer sich ansiedeln könne, entscheide der Zweckverband Gewerbepark Raum Offenburg, der aus Vertreter*innen der Mitgliedskommunen besteht. Dem Klimawandel solle mit einem grünen Gewerbegebiet Rechnung getragen werden. In der Statement-Runde zeigten sich die unterschiedlichen Sichtweisen. Für die Gegner einer Konversion sprachen BUND-Geschäftsführerin Petra Rumpel, der Uffhofener Bürgergemeinschaftsvorsitzende Axel Fink, Herbert Patsch, Vorsitzender der Fliegergruppe sowie Rolf Leonhardt, Gründer und Sprecher der Bürgerinitiative Pro Flugplatz. Rumpel betonte die ökologische Bedeutung der ungedüngten Magerwiesen, die zusätzlich mit dem FFH-Status geschützt würden und Heimat seltener Pflanzenarten seien. Fink mahnte, Uffhofen trage durch die Nähe zur Rheintalbahn und B3 bereits erhebliche Lasten und dürfe nicht erneut benachteiligt werden. Patsch betonte die Bedeutung des Vereinsleben in Zeiten der Vereinzelung. Der Sonderlandeplatz sei zudem wichtig für Polizei und Hagelabwehr. Leonhardt schloss sich der Sichtweise des BUND an und positionierte sich ebenfalls gegen Flächenverbrauch.

Wirtschaft braucht Fläche

Anders sahen das die Befürworter eines Gewerbegebiets, darunter der Geschäftsführer von J. Schneider Elektrotechnik, Marco Geiler, und die Geschäftsführerin der IG-Metall Offenburg, Maja Reusch. Geiler berichtete, sein Unternehmen habe sich seit 2020 auf 470 Mitarbeiter verdoppelt und benötige dringend Expansionsflächen. Die Stadt Offenburg habe ihm bereits eine Absage erteilen müssen. Die Flächen wurden nun außerhalb von Offenburg gesucht. Reusch betonte, dass die Sicherung von Arbeitsplätzen oberste Priorität haben müsse. Wer für Wohlstand sei, müsse Flächen dafür einbringen. OB Marco Steffens stellte die Grundsatzfrage: Sollen 25 Hektar Fläche im Eigentum der Stadt weiterhin einer kleinen Gruppe oder der Allgemeinheit dienen? Es gehe ihm nicht um Wachstum um jeden Preis, sondern darum, den bestehenden Wohlstand zu sichern. Lokalen Unternehmen sollen Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden. Das Gewerbegebiet biete Arbeits- und vor allem auch Ausbildungsplätze für Offenburgerinnen und Offenburger.

Die anschließende Fragerunde verlief sachlich. Im Anschluss an den offiziellen Teil konnten die Besuchenden sich mit Vertreter*innen der Stadtverwaltung und untereinander austauschen.