Direkt zum Hauptinhalt springen

Die Französin Camille Fischer erhält den Oberrheinischen Kunstpreis 2027/Preisverleihung im Mai

- 09.07.2026 - 

Zeitgenössische Bildsprache

Die Stadt Offenburg und der Förderkreis Kunst + Kultur e.V. verleihen 2027 zum sechsten Mal den Oberrheinischen Kunstpreis Offenburg. Die Jury hat den Oberrheinischen Kunstpreis 2027 der französischen Künstlerin Camille Fischer zugesprochen. Die Auszeichnung beinhaltet ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, eine Katalog-Publikation sowie eine Ausstellung in der Städtischen Galerie Offenburg ab Mai 2027.

Die Jury von l.n.r. vorne: Oberbürgermeister Marco Steffens, Estelle Pietrzyk, Ines Goldbach, Stefanie Patruno, Axel Lotz, Jörg Laubenberger; hinten: Martina Tripp, Patricia Potrykus, Jenny Kohler, Carmen Lötsch und Bürgermeister Hans-Peter Kopp.
Mit Camille Fischer als Preisträgerin des Oberrheinischen Kunstpreises 2027 wird eine Künstlerin ausgezeichnet, die das kunsthandwerkliche Erbe, unter anderem die Textilproduktion in der Region, aufgreift und in eine zeitgenössische Bildsprache überführt.
 
In den Mittelpunkt ihres Schaffens, das Zeichnung, Stickerei, Installation sowie Performance umfasst, hat Camille Fischer eine bestimmte Vorstellung von einer poetischen Welt gestellt, die gerade im Zerfall begriffen ist. Ihre Werke erzählen vom schwindenden Glanz und Elan, wie von einem prächtigen Fest, das kurz vor dem Ende steht. Als Liebhaberin von Kontrasten setzt sie in ihren Installationen die durch ihre Erfahrung in der Haute Couture erworbene sichere Handschrift ein und konfrontiert diese mit dem Alltäglichen: So vereinen ihre Stickereien kostbare Materialien mit wiederverwerteten und zum Wegwerfen bestimmten Elementen.
 

Poetische Welt, im Zerfall begriffen: Camille Fischer.
Biografie

Die Künstlerin Camille Fischer wurde 1984 in Schiltigheim bei Straßburg geboren. Bis heute ist ihr Lebens- und Schaffensmittelpunkt in Straßburg. Sie studierte Modedesign an der Königlichen Akademie von Antwerpen, Belgien sowie Kunst an der Haute École des Arts du Rhin (HEAR) Strasbourg, Frankreich. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz gezeigt. Unter anderem im Centre Européen d'Actions Artistiques Contemporaines (CEAAC), in Straßburg, in der Kunsthalle Palazzo, in Liestal oder im Institut français in Stuttgart.
 

Die Jury

Die Preisträgerin wurde ausgewählt von einer fünfköpfigen Jury unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister der Stadt Offenburg Marco Steffens, der von einem "absoluten Leuchtturmprojekt" sprach: "Unsere Gesellschaft braucht Kreativität – und umgekehrt."
Neben den Stimmen des Förderkreises Kunst + Kultur und der Stadt Offenburg entscheiden drei Fachjuror*innen über die Vergabe des Preises. Die Fachjurorinnen des Oberrheinischen Kunstpreis 2027 sind Ines Goldbach (Direktorin Kunsthaus Baselland), Stefanie Patruno (Direktorin Kunstmuseum Karlsruhe) und Estelle Pietrzyk (Direktorin Musée d’Art moderne et contemporain, Straßburg) stellvertretend für die drei Länder Schweiz, Deutschland und Frankreich.
 

Jurybegründung

„Die Jury überzeugte insbesondere Camille Fischers Fähigkeit, Räume als ganzheitliche künstlerische Erfahrungswelten zu gestalten. Mit großer Vorfreude blickt sie auf ihre Intervention in der Städtischen Galerie Offenburg, die sich durch ihre Arbeit in ein eigenständiges Universum verwandeln wird – geprägt von einer besonderen Lebendigkeit und einer unverwechselbaren künstlerischen Handschrift. Ebenso beeindruckte die Jury der souveräne und vielseitige Umgang Camille Fischers mit unterschiedlichen künstlerischen Medien und Ausdrucksformen. Als Künstlerin, deren Schaffen ebenso von Literatur wie von Musik inspiriert ist, bewegt sich Camille Fischer in einem weit gefassten kulturellen Referenzraum. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine große Offenheit aus und laden die Besucherinnen und Besucher zu einer intensiven ästhetischen und sinnlichen Erfahrung ein.“
 

Das Fachgremium

Die Vergabe des Oberrheinischen Kunstpreises erfolgt durch ein dreistufiges System. In der ersten Stufe werden potenzielle Preisträger*innen von einem ausgewählten Fachgremium vorgeschlagen. Für das Fachgremium wurden Persönlichkeiten aus der Museumslandschaft des Oberrheingebiets gewonnen. Vorschläge wurden eingereicht von: Olivia Jenni, Leitung in Doppelspitze der Kunsthalle Palazzo in Liestal; Samuel Leuenberger, Direktor & Kurator des Kunstvereins SALTS in Birsfelden/Bennwil; Alice Motard, Leitung des Centre Européen d'Actions Artistiques Contemporaines in Straßburg; Simone Neuenschwander, Kuratorin im Kunst Raum Riehen; Olga Osadtschy, Direktorin der Fondation Fernet-Branca in Saint-Louis; Chiara Parisi, Direktorin des Centre Pompidou Metz; Philipp Selzer, Leitung der Gegenwartskunst im Kunstmuseum Basel und Sandrine Wymann, Leitung der La Kunsthalle Mulhouse.

Länderschwerpunkt

Um die drei Länder Deutschland, Frankreich und Schweiz bei der Vergabe des Oberrheinischen Kunstpreises gleichermaßen zu berücksichtigen, wurde ab dieser Ausgabe ein rotierendes System mit jeweiligem Länderschwerpunkt eingeführt. Der Fokus für den Oberrheinischen Kunstpreis 2027 lag dabei auf Künstler*innen aus Frankreich.
 

Preisverleihung

Die Preisverleihung mit Festakt sowie die Eröffnung der Ausstellung werden am 2. Mai 2027 in der Reithalle und in der Städtischen Galerie Offenburg auf dem Kulturforum stattfinden. Die Ausstellung wird bis Oktober 2027 gezeigt werden.
 
 
Bisherige Preisträger*innen des Oberrheinischen Kunstpreises:
 
2011 die Malerin Corinne Wasmuht
 
2014 die Zeichnerin Miriam Cahn
 
2017 der Pionier der elektronischen Klangkunst Peter Vogel
 
2020 der Maler Peter Bosshart
 
2024 das Künstlerduo Claudia & Julia Müller

 

 
KOWO - kommunales Wohnbauförderprogramm