Bislang wurde nur die formelle Entscheidungsgrundlage gesetzt, um das Projekt im Detail prüfen zu können. Die Vision der Stadtverwaltung bleibt zwar klar formuliert: „Wir sehen einen Mehrwert durch einen Spiel- und Aussichtsturm, sowohl für die Ausstellung als auch dauerhaft“, erklärte Baubürgermeister Oliver Martini. Doch ob dieser tatsächlich Realität wird, hängt von mehreren strengen Kriterien ab.
Die größte Hürde ist die Finanzierung. Für die Umsetzung nannte Kopp daher eine strikte Bedingung: Der Turm könne „nur dann entstehen, wenn wir keine wesentliche Haushaltsbelastung dadurch entsteht“.
Um dies zu realisieren, setzt die Stadt auf verschiedene Bausteine. „Im Rahmen der LGS können wir den Vorsteuerabzug geltend machen. Außerdem werden Fördermöglichkeiten geprüft und ein Sponsoringkonzept erarbeitet“, erklärte der Finanzbürgermeister. „Erstmal wird ein Büro, das die Vorplanung erarbeitet, gesucht. Ziel ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen, die das Verhältnis von Kosten und Nutzen klar aufzeigt“, ordnete Jutta Herrmann-Burkart das Vorgehen ein. Vorgesehen ist der Turm im hinteren Bereich des sogenannten Landschaftskorridors im Übergang zum Sportpark. Aktuell wird von einer Höhe von etwa 30 Metern ausgegangen, die genaue Höhe ist allerdings noch nicht festgelegt und standortabhängig. Ab wann der Blick über Offenburg und die Landschaft frei ist, wurde vorab per Drehleiter getestet.
Der Standort hat einen strategischen Grund: „Wir brauchen einen Frequenzbringer, damit der Park bis hinten belebt ist“, so Herrmann-Burkart. Sollte sich nach der Prüfung gegen den Turm entschieden werden, soll an dieser Stelle eine andere, noch nicht definierte Attraktion entstehen. Die Entscheidung für das großflächige LGS-Gelände als künftige Daueranlage leitet sich nicht zuletzt aus der Stadtentwicklung ab. „In den letzten 15 Jahren ist Offenburg um 4.400 Haushalte gewachsen – das ist etwa die Größe von Hohberg“, verdeutlichte Kopp.
Die LGS soll auf Dauer ein wichtiger sozialer Rückzugs- und Erholungsort für die Bevölkerung werden. „Wenn die sozialen Rückzugsorte nicht mitwachsen, kann es problematisch werden“, so Herrmann-Burkart. Martini betonte die Katalysator-Wirkung des Großprojekts: „Ohne die LGS wären wir mit vielen Infrastrukturprojekten nicht so weit gekommen, wie wir jetzt sind.“ Kopp ergänzte, worum es der Stadt im Kern geht: „Wir schaffen damit auch konsumfreie Räume, erholsame Aufenthaltsorte für die Bürgerinnen und Bürger.“











