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Hitzeschutz: Was läuft bereits? Was ist weiter geplant? Ein Überblick städtischer Maßnahmen

- 23.07.2026 - 

Daueraufgabe Klimaanpassung

Hitzeschutz Offenburg liegt im Oberrheingraben und somit in einer der wärmsten Regionen Deutschlands. Daher ist die Stadt im deutschlandweiten Vergleich überdurchschnittlich von Hitze betroffen. So weist das städtische Monitoring entsprechender Daten eine Steigerung der Durchschnittstemperaturen aber auch eine Steigerung der Anzahl heißer Tage (Tmax >30°C), Wüstentage (Tmax >35°C) und Tropennächte (Tmin >20°C) aus. Die Stadtverwaltung beschäftigt sich seit Jahren mit Aufgaben der Klimaanpassung und dem damit verbundenen Hitzeschutz.

O'zapft is: Klimaanpassungsmanagerin Alexandra Rohmer.

Hitzeschutz ist eine Querschnittsaufgabe – mit unterschiedlichen Rollen und Aufgaben. Involviert sind die Bereiche Stadtplanung, Grünflächen und Umweltschutz, Straßen und Brücken, Verkehrsplanung, Stadtentwicklung sowie Bürgerschaftliches Engagement; außerdem die Stabsstelle für außergewöhnliche Ereignisse. Die Maßnahmen erstrecken sich von strategischen Konzepten über Investitionen in Straßen- und Freiraumgestaltung sowie Baumpflanzungen und -pflege bis zu Sensibilisierung und Motivation zur Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger.

Viele Maßnahmen wurden bereits umgesetzt bzw. auf den Weg gebracht – ihre Wirkung werden sie allerdings oft erst in einigen Jahren voll entfalten. Gleichzeitig besteht weiterhin Handlungsbedarf, so dass Klimaanpassung zur Daueraufgabe für die Stadt geworden ist.

Im Folgenden wird ein Überblick über wesentliche Hitze-Maßnahmen der Stadt gegeben.

 

Strategische Konzepte

Grundlagen für Planung von zielgerichteten Investitionen und Maßnahmen

- Stadtklimaanalyse

Analyse der Temperaturen, Kaltluft etc. bei Tag und bei Nacht, Modellierung 2050

- Rahmenplan Hitze

Vorgaben für raumbezogene Planungen der Stadt Offenburg, Definition konkreter Maßnahmen

- Integriertes

Klimaanpassungskonzept

Maßnahmenkatalog für Resilienz der Stadt gegenüber Hitze und Starkregen

- Stadtbaumkonzept

Ausweisung von Potenzialflächen für zukünftige Baumpflanzungen in der Gesamtstadt, bereits vertieft ausgearbeitet für die Stadtteile Altstadt und Oststadt, teilweise auch schon in der Umsetzung

 

Klimaangepasste Umgestaltung von Straßen und Plätzen

Entsiegelung, Baumpflanzungen, Aufenthaltsqualität

- 2024 Entsiegelung dreier Parkplätze und 5 Baumpflanzungen in der Ritterstraße

- Fertigstellung bis Herbst 2026/Frühjahr 2027: Klimahain Marktplatz mit 21 Bäumen

- Fertigstellung bis Sommer 2027: Neue Steinstraße mit 14 neuen Bäumen

- Ab Herbst 2026: Umgestaltung Stadtbuckel mit 13 Baumpflanzungen

- Ab vrsl. Herbst 2027: Klimaangepasste Umgestaltung der Werderstraße mit 11-14 Bäumen

 

Aufwertung und Öffnung von urbanen Freiräumen

Aufenthaltsqualität, Baumpflanzungen, Ausstattung

- 2017-2021 Fertigstellung Umgestaltung der Halbinsel am Badesee Gifiz mit Zugängen zum Wasser und der Anlage eines Wasserspielplatzes

- 2021-2023 Neugestaltung des historischen Zwingerparks mit Neupflanzung von 37 klimaresistenten Bäumen

- Laufende Planung, Umsetzung ab 2026: Mit der LGS 2032 werden langfristig zusätzliche grüne Freiräume geschaffen für die öffentliche Nutzung (Umwandlung eines Fußballstadions und angrenzender Bereiche in eine für alle zugängliche Parkanlage entlang der Kinzig). Im Zuge der LGS 2032 und der Errichtung des Sportparks Süd werden insgesamt über 1.250 Bäume gepflanzt werden.

 

Baumpflanzungen und Baumpflege

- 2026: 51 Baumpflanzungen entlang der Verbindungswege zwischen den Ortsteilen

- 2024: 45 Baumpflanzungen am südlichen Stadteingang der Ortenberger Straße

- Weitere Baumpflanzungen an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet, beispielhaft im vergangenen Jahr insgesamt über 350 Bäume (bei Berücksichtigung von Einzelbaumfällungen ab 80 Zentimeter Stammumfang 244 neue Stadtbäume im Jahr 2025).

Die Auswirkungen dieser Pflanzungen werden sich erst zeitversetzt zeigen, aber sie tragen langfristig zu einer Stabilisierung des Baumbestandes bei, da nur noch gut geeignete Baumquartiere bepflanzt werden.

- Diverse Pilotprojekte zur Stärkung der Resilienz von Stadtbäumen

- Investitionen in den Erhalt des Baumbestands bei veränderten klimatischen Bedingungen (Erhöhung der Pflegekosten pro Stadtbaum von rund 23 Euro/Baum im Jahr 2015 auf rund 104 Euro/Baum im vergangenen Jahr)

 

Investitionen in die Ausstattung öffentlicher Räume

- Trinkbrunnen in frequentierten Bereichen in der Innenstadt

- Bänke in hitzegeschützten Bereichen

- Beschattung von Spielplätzen mit Sonnensegeln

- Bepflanzte Baumcontainer in Straßen, in denen Baumpflanzungen aus diversen Gründen nicht möglich waren

- Dachbegrünung am Eingang Technisches Rathaus und bei der KiTa Mühlbachhopser

 

Sensibilisierung und Eigenvorsorge fördern

- Stadtspaziergänge, Vorträge und Infostände zum Thema Hitze

- Kampagne und Flyer Coole Orte: Mitmachaktion und Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze

- Infos für Senioren als besonders empfindliche Gruppe via Flyer

- bio.og Förderprogramm, u.a. für private Entsiegelungsmaßnahmen, Dach- und Fassadenbegrünung

- seit Juli dieses Jahres: kostenfreies Beratungsangebot für Unternehmen zu Klimaanpassungsmaßnahmen auf dem Betriebsgelände/am Betriebsgebäude

- In Erarbeitung: „Notfallplan Hitze“, der Abläufe und Kommunikationskaskade im Falle von akuten Hitzewellen definiert und eine Routine zur saisonalen Sensibilisierung von Schlüsselakteuren etablieren wird.

 
KOWO - kommunales Wohnbauförderprogramm