Zur Auswahl standen die Varianten "Freiheitsstadt" und "Freiheitsstadt 1847". Die Meinungen unterschieden sich also in der Frage, ob die Jahreszahl Teil der Zusatzbezeichnung wird oder nicht. Die Verwaltung hatte sich für die Variante ohne Jahreszahl ausgesprochen. Bereits im Mai votierte der Kulturausschuss hauchdünn für die nun beschlossene Variante. Für die Grünen begründete Martin Ockenfuß den Antrag. Er führte aus, dass ohne die Versammlung der "Entschiedenen Freunde der Verfassung" von 1847 und dem daraus erwachsenen ersten Grundrechtekatalog in deutscher Sprache der Gemeinderat nicht im Salmen tagen würde. Ohne die Jahreszahl hänge die Selbstbezeichnung in der Luft. Der Zusatz erinnere an die Menschen, die damals den Mut aufbrachten, solche Forderungen zu stellen. OB Marco Steffens zeigte sich ergebnisoffen und hielt beide Vorschläge für gut begründet. Generell seien Freiheit und Demokratie nie abgeschlossen. „Freiheitsstadt" verstehe er als Aufforderung, jeden Tag aktiv zu werden. Fritz Düker (FBO) hielt den historischen Bezug gerade angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre für wichtig: Viele Menschen zögerten, ihre Meinung zu äußern, daher brauche es das Beispiel derer, die für Freiheit eingetreten seien. Taras Maygutiak (AfD) nannte den Antrag im Kern richtig. Die Jahreszahl solle daran erinnern, dass wir im selben Geiste für die Freiheit einstehen wie die Akteure von 1847. Roland Müller (CDU/FDP-Fraktion) sieht in den 13 Forderungen eine Leitlinie. Der Jahreszusatz führe dazu, dass sich Menschen mit den Ereignissen des Vormärz beschäftigten. Sarah Wiedmann (Die Linke) lehnte die Zusatzbezeichnung insgesamt ab und nannte den Bezug zu 1847 "heuchlerisch".
Die Stadt wird jetzt beim Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration einen Antrag stellen. Nach dessen Genehmigung werden die Ortsschilder geändert.










