Direkt zum Hauptinhalt springen

Größtes Blockheizkraftwerk der Fernwärme Offenburg in Albersbösch in Betrieb genommen

- 30.09.2026 - 

Meilenstein der Wärmewende

Das größte Blockheizkraftwerk der Fernwärme Offenburg ist nach zweijähriger Aus- und Umbauphase in Albersbösch im Betrieb. Mit seiner Leistungserhöhung von 1,5 auf 7,5 Megawatt (MW) ist es ein wichtiger Baustein im Energiekonzept der Stadt Offenburg, denn es verbindet und versorgt das Wohngebiet Albersbösch und die Innenstadt mit Wärme.

V.r.: Christian Linz, Bernhard Palm, OB Marco Steffens, Moritz Greiner und Martin Wenz bei der Inbetriebnahme des größten Blockheizkraftwerks der Fernwärme Offenburg.

Der erzeugte Strom wird in das vorgelagerte Stromnetz eingespeist und dient der allgemeinen Versorgung. Das Blockheizkraftwerk arbeitet im Verbund mit dem Wärmepumpenkraftwerk im früheren Burda-Farbtanklager und dem Blockheizkraftwerk des E-Werks Mittelbaden in der Freiburger Straße. Somit steigert die Fernwärme Offenburg den Anteil an Erneuerbaren Energien auf über 30 Prozent und nähert sich dem Ziel der CO2-neutralen Wärmeerzeugung bis 2040.

 

Das Blockheizkraftwerk in Albersbösch arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (siehe Kasten) und erreicht so eine Energieausnutzung von rund 95 Prozent. Entstehende Abstrahlungs- und Abgaswärme wird durch hochmoderne Technik genutzt und ins Fernwärmenetz eingespeist. Im Vergleich dazu erreicht ein konventionelles Gas- und Dampfkraftwerk nur einen Wirkungsgrad von zirka 80 Prozent, wenn die Wärme komplett genutzt werden kann. Da die Anlage in Albersbösch zukünftig auch mit Biogas oder Wasserstoff betrieben werden kann, ist sie eine Investition in eine langfristig sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung für die Stadt Offenburg, durch die jährlich 7.500 Tonnen CO2 eingespart werden können. Die Investitionssumme für dieses Projekt beträgt rund 21,5 Millionen Euro.

 

Für den Ausbau wurde das ursprüngliche Gebäude des Blockheizkraftwerks in Albersbösch um eine komplette Etage aufgestockt. Der neue Motor bringt das Fünffache an Leistung im Vergleich zum Vorgängermodell. Hierfür waren umfangreiche Arbeiten notwendig, um ein stabiles Fundament für die 150 Tonnen schwere Anlage zu schaffen. Bereits vor vier Jahren wurde das Volumen der Pufferspeicher von 400 m³ auf 600 m³ erweitert. Im Verbundnetz hat die Fernwärme Offenburg ein Gesamtpuffervolumen von 1.500 m³ installiert. Durch die gut wärmegedämmten Pufferspeicher ist dafür gesorgt, dass die Wärme auch in den Speichertanks bleibt und zwischengelagert werden kann. Die Zwischenspeicherung der Wärme ermöglicht, die Stromerzeugung zeitlich vom Wärmebedarf zu entkoppeln. Der Strom wird dann erzeugt, wenn er im Netz gebraucht wird. Dadurch steigt die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems.

 

Zusätzliche Wärme für Offenburgs Bürgerinnen und Bürger produzieren innovative Wärmepumpen, die mit regenerativ erzeugtem Strom aus der Region versorgt sind. In diesem Jahr wurde auf dem Dach der Messe eine Photovoltaikanlage mit über 900 kW elektrischer Leistung installiert. Der Strom dieser PV-Anlage wird zusammen mit dem Strom aus der Windenergieanlage auf der Hornisgrinde unmittelbar im Wärmepumpenkraftwerk genutzt. Regionale Wärme wird aus regional erzeugtem Strom produziert.
 
Hoher Zeitdruck

 

Die größte Herausforderung für das Team um Christian Linz, Technischer Geschäftsführer Fernwärme Offenburg, bestand in der Koordination der notwendigen Baumaßnahmen. „Die Baumaßnahmen fanden unter hohem Zeitdruck statt. Eine Herausforderung bestand darin, dass weitere Abschnitte des Kraftwerks während der Baumaßnahmen in Betrieb bleiben mussten, damit unsere Fernwärmekunden durchgängig mit Wärme versorgt blieben. Vergleichbar mit einer Operation am offenen Herzen“, so Linz.
Oberbürgermeister Marco Steffens betont, dass dieses Kraftwerk einen weiteren Meilenstein der Wärmewende in Offenburg darstellt. „Mit dem kontinuierlichen Ausbau des Fernwärmenetzes kommt die Stadt Offenburg Schritt für Schritt ihrem Ziel näher, bis zum Jahr 2040 die Klimaneutralität zu erreichen. Bisher haben wir über 30 Kilometer an Fernwärmetrassen verlegt – und der Ausbau geht weiter.“
 
Martin Wenz, Finanzvorstand des E-Werks Mittelbaden und Kaufmännischer Geschäftsführer der Fernwärme Offenburg, geht auf die Vorteile der Fernwärme ein: „Sie ist sicher, sauber, komfortabel, zukunftsgerichtet und ergänzt die regenerative Stromerzeugung. Für Wärme-Kunden gilt, dass die Wartung der Heizungstechnik, die Kosten für den Schornsteinfeger und die Kosten für die Brennstofflagerung entfallen. Gleichzeitig erfüllen Wärmekunden die gesetzliche Vorgabe aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz.“
 
Bernhard Palm, Vorstandsvorsitzender des E-Werks Mittelbaden, ist davon überzeugt, dass es ohne Wärmewende keine erfolgreiche Energiewende geben kann: „Ein flächendeckendes intelligentes Energiesystem kann ohne die Kopplung einzelner Sektoren, wie wir sie bei der Fernwärme Offenburg erleben, nicht funktionieren.“

 

 

Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplungs-Systeme setzen innovative Technologien zur Erzeugung von Strom und Wärme ein. Mittels eines Motors oder einer Turbine wird so Strom erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme kann entweder für die Beheizung von Gebäuden oder zur Warmwasserbereitung verwendet werden. Ein großer Vorteil von IKWK-Systemen besteht darin, dass sie individuell auf Schwankungen im Stromnetz reagieren. Sind beispielsweise die verfügbaren Strommengen zu gering, kann der durch IKWK-Systeme produzierte Strom zur Netzstabilisierung eingespeist werden. Ist die vorhandene Strommenge zu hoch, lassen sich die elektrischen Wärmeerzeuger anschalten und der Strom wird zur Wärmeproduktion eingesetzt. Diese Vorgehensweise sichert Stabilität im Stromnetz, wodurch auch die Abregelung von Strom aus Wind- oder PV-Anlagen vermindert werden kann.

 
KOWO - kommunales Wohnbauförderprogramm