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Erste Maßnahmen bereits ab 2027 – Beirat des Klimafinanzierungsfonds berät im Dezember

- 08.10.2026 - 

Offenburg setzt auf Hitzeschutz

Hitze gr Ausführlich hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über die Themen Hitzeschutz und -vorsorge beraten. Anlass waren mehrere Anträge von den Gemeinderatsfraktionen. Die jetzt mit großer Mehrheit vom Gremium beschlossene Vorlage sieht vor, diese in einen Prozess zur Bewertung und Priorisierung zu überführen. Über die Prioritäten berät im Dezember der Beirat des Klimafinanzierungsfonds mit Blick auf den kommenden Doppelhaushalt. Bereits 2027 sollen erste Maßnahmen umgesetzt werden.

Ein ziemlich cooler Ort mit vielen Bäumen: die Gifizhalbinsel.

Da das Thema viele Verwaltungsbereiche betreffe, sei es sinnvoll, die Maßnahmen in einem Prozess zu bündeln, sagte Oberbürgermeister Marco Steffens eingangs.

Hitzeschutz ist Querschnittsaufgabe

Daran anschließend führte Silke Moschitz, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung, aus, dass die Themen Hitzeschutz und Hitzevorsorge einer integrierten Gesamtbetrachtung bedürften. Sie berührten mittel- bis langfristige Fragen und erforderten finanzielle und personelle Ressourcen. Moschitz warf auch einen Blick auf das, was bereits umgesetzt wurde und wird, beispielsweise den Klimahain und verschiedene Baumpflanzaktionen. Auch im Zuge der Landesgartenschau, des Baus des Sportparks Süd und der Entwicklung des Canvas+-Areals würden deutlich mehr als 1.000 neue Bäume gepflanzt. Gleichzeitig sei der städtische Handlungsspielraum begrenzt. Viele Flächen seien in privater Hand, weshalb die Eigenverantwortung der Bürger*innen ebenso wichtig sei. Daher fördere die Stadt beispielsweise mit dem Programm bio.og die Entsiegelung und Begrünung privater Flächen. In Vorbereitung befänden sich zudem ein Hitzeaktionsplan, eine gesamtstädtische Coole-Orte-Kampagne und ein ehrenamtlich organisiertes Hitzetelefon.

Viel Zuspruch für Klimatisierung

In der Fraktionsrunde forderte Werner Maier (CDU/FDP-Fraktion), die städtische Energieleitlinie so anzupassen, dass Klimageräte in Gebäude eingebaut werden können. Konzentriertes Arbeiten bei über 30 Grad sei kaum möglich. Seine Fraktion setze zudem auf Fassadenbegrünung und Wassernebelanlagen an Hitzehotspots, Schulen und Kitas.

Annette Steinhausen (Grüne) zeigte sich abermals alarmiert vom Ergebnis des Hitzechecks der Deutschen Umwelthilfe, bei dem Offenburg schlecht abgeschnitten hatte. Die Kinzigstadt falle durch den niedrigsten Beschattungsgrad und viel versiegelte Fläche auf. Betroffen seien vor allem sozioökonomisch schwächere Stadtteile. Sie forderte ein Entsiegelungskonzept sowie entsprechende Vorgaben, Beratungen und Förderungen im privaten Wohnungsbau. Die Bündelung der Anträge in der Vorlage verzögere unnötig.

Tobias Isenmann (Freie Wähler Offenburg) bezeichnete den Prozess als richtig, vermisste aber die Klimatisierung von Räumen für vulnerable Gruppen. Die Innenstadt müsse grüner und schattiger werden. Wassernebler könnten kurzfristig Abhilfe schaffen. Eine Entsiegelung des Gerichtsparkplatzes lehne seine Fraktion dagegen ab.

AfD-Fraktionssprecher Taras Maygutiak insistierte, dass der Sommer zwar heiß, aber nicht ungewöhnlich gewesen sei. Wie in südlichen Ländern müsse man in Kitas und Schulen künftig auf Klimaanlagen setzen. Wahllos entsiegeln könne man nicht. Wassernebler seien aber keine schlechte Idee. Er schlug vor, die Sperrstunde nach hinten zu verschieben, da es abends weniger heiß sei.

Hitzetelefon und mehr "Coole Orte"

Martina Bregler (SPD) freute sich über die geplante Einrichtung des Hitzetelefons, das ihre Fraktion angeregt habe. Sie sprach sich für weitere Maßnahmen bis zum kommenden Sommer aus, beispielsweise einen Hitzeschutz für Obdachlose und zusätzliche Sitzbänke auf Friedhöfen als "Coole Orte". Klimageräte in Räumen, die von vulnerablen Gruppen genutzt werden, seien eine gute Idee. Der Strom solle möglichst aus Photovoltaik gewonnen werden.

Silvano Zampolli (Freie Bürger Offenburg) kritisierte die Deutsche Umwelthilfe, die seiner Meinung nach nicht unabhängig sei. Die Entfernung der Bächle im Zuge der Umgestaltung der Steinstraße hält er für falsch. Auch seien mancherorts teilweise große Bäume durch Pflanzkübel ersetzt worden.

 
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