„Das Programm ist so vielfältig wie auch das Haus“, sagt Valerie Schoenenberg, Abteilungsleiterin Stadtgeschichte und Heimatpflege. Der Salmen stehe sowohl für die Anfänge der badischen Demokratie als auch für die Zeit, in der Demokratie mit Füßen getreten und jüdisches Leben ausgelöscht wurde. „Unser Programm wirft weitere Blickwinkel und Perspektiven auf diese beiden Pole der Hausgeschichte.“
Entstanden ist das Programm in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern aus Offenburg und darüber hinaus – darunter städtische Einrichtungen, Vereine, Schulen und weitere Institutionen. „Durch die Kooperationen können auch aufwendigere Veranstaltungen gestemmt und mit zusätzlichen Perspektiven bereichert werden“, erklärt Katerina Ankerhold, Leiterin des Salmen. Gemeinsam mit der Bildungsreferentin für Museumspädagogik, Gretje Treiber, hat sie das neue Programmheft konzipiert und ausgearbeitet.
Ein besonderer Höhepunkt ist die landesweite Veranstaltungsreihe „Mittendrin: Jüdisches Leben im Südwesten“, die vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg initiiert wurde. Der große Eröffnungs-Festakt findet am Donnerstag, 15. Oktober, ab 16 Uhr im Salmen statt. Die Veranstaltung wird gemeinsam mit Schwäbisch Hall eröffnet und findet teilweise hybrid statt. Zum Auftakt gibt es ein Ankommens- und Rahmenprogramm sowie einen „Marktplatz der Möglichkeiten“.
Mittendrin in Offenburg
Die Reihe macht jüdisches Leben in Baden-Württemberg sichtbar und bringt zahlreiche Einrichtungen und Initiativen zusammen. In Offenburg wird an diesem Tag außerdem eine neue Pop-up-Ausstellung mit Fotografien von 17 Mikwen eröffnet. Die Aufnahmen des Frankfurter Fotografen Peter Seidel zeigen jüdische Ritualbäder von der Antike bis zur Gegenwart. Am Abend wird zudem der Eva-Mendelsson-Saal feierlich benannt.
Auch die Demokratiegeschichte steht im Mittelpunkt. Vom 19. September 2026 bis 7. März 2027 ist eine Wanderausstellung zu sehen, die in Kooperation mit dem „Forum 1848 am Friedhof der Märzgefallenen Berlin“ und der „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte Rastatt“ präsentiert wird. Der Salmen hat sie für Offenburg um einen lokalen Blick auf Frauen ergänzt, die sich während der Revolution engagierten. Die Eröffnung findet am kommenden Freitag, 18. September, um 18 Uhr statt.
Junge Perspektiven
Vom 25. September bis 11. Oktober präsentieren außerdem Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule und des Schiller-Gymnasiums ihre Sicht auf Demokratie und gesellschaftliches Miteinander. Unter der Frage, was ein gutes Miteinander ausmacht und wo sie selbst Demokratie mitgestalten können, haben sie eigene Beiträge erarbeitet, die zwei Wochen lang im Salmen zu sehen sind.
An der bundesweiten Langen Nacht der Demokratie am 2. Oktober beteiligt sich auch Offenburg mit einem umfangreichen Programm in der Innenstadt. Im Salmen findet um 19 Uhr die kostenfreie multimediale Musik- und Theaterperformance „Klang der Demokratie“ statt, die mit unterschiedlichen Medien und Ausdrucksformen verschiedene Sinne anspricht.
Am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, lädt der Salmen zum Tag der offenen Tür ein. Um 20 Uhr wird der Film „Die Unbeugsamen 2 – Guten Morgen, ihr Schönen!“ gezeigt. Im Mittelpunkt stehen ostdeutsche Frauen, die in der DDR für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe kämpften.
Auch der Erinnerungskultur widmet sich das Programm mit verschiedenen Veranstaltungen. Zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938 zeigt das Theater Eurodistrict BAAL am 9. November um 19 Uhr das Theaterstück „Das Tagebuch der Anne Frank“.
Die Autorin und Publizistin Susanne Siegert ist ebenfalls zu Gast im Salmen. Bei einer Lesung und einem anschließenden Gespräch stellt sie am 26. November ab 19 Uhr ihr Buch „Gedenken neu denken. Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss“ vor und beschäftigt sich mit der Frage, wie Gedenken lebendig gehalten und weiterentwickelt werden kann.
Weitere Informationen und das vollständige Programm gibt es unter www.der-salmen.de.










