Direkt zum Hauptinhalt springen

Aus dem Dolmetscherpool wird der Sprachpool/Weitere Mitarbeitende werden gesucht

- 22.04.2024 - 

Gendergerechte Umbenennung

Seit 2016 gibt es den Dolmetscherpool Offenburg. Er wurde gemeinsam von der Stadt Offenburg, dem Caritasverband und dem Diakonischen Werk gegründet. Jetzt bekommt er einen neuen Namen: Sprachpool. Das teilt der Caritasverband Vordere Ortenau in einer Pressemitteilung mit.

„Das ist gendergerecht“, sagt Larissa Metzger vom Caritasverband. 75 Frauen und Männer hat sie derzeit auf ihrer Liste. Ihre Einsätze werden von Behörden, Beratungsstellen, Schulen und Kindergärten angefordert und sie bewältigen sie immer allein. Einmal im Jahr kommen sie auf Einladung des Caritasverbandes zusammen, um miteinander zu essen und sich auszutauschen.
 
Sich abgrenzen
Beim jüngsten Treffen wurde in der gemeinsamen Sprache Deutsch rege diskutiert, welche Erfahrungen die Einzelnen zuletzt gemacht haben. Dazu gehört auch, dass viele Menschen diesen Dienst gern auch für weitere Gespräche in Anspruch nehmen würden. Im privaten oder beruflichen Umfeld zu übersetzen, gehört aber nicht zu den Aufgaben des Sprachpools.
Ihre Einsätze finden in Offenburg und seinen Ortsteilen, in Gegenbach, Ohlsbach, Ortenberg und Berghaupten statt. Diese Kommunen tragen gemeinsam die Kosten für die Aufwandsentschädigungen, die die ehrenamtlichen Dolmetschenden bekommen. Für die Schulung neuer Ehrenamtlicher hat die Offenburger Bürgerstiftung St. Andreas einmal mehr Geld beigesteuert. „Bei den Grundschulungen arbeiten wir mit den Pools im Ortenaukreis, Achern, Kehl, Lahr, Oberkirch und dem Kinzigtal zusammen“, so Larissa Metzger.
 
Im April findet wieder eine Grundschulung für neue Dolmetschende statt. Aktuell fehle es im Offenburger Pool an Menschen, die Somali sprechen. Zu wenige Freiwillige gebe es für die Sprachen Albanisch, Türkisch, Kurdisch, Dari und Farsi. Damit niemand zu oft angefragt werden müsse, sei ein großer Pool wichtig. Im vergangenen Jahr wurden die ehrenamtlich Dolmetschenden 1.283 Mal angefordert – so oft wie nie zuvor. Im Vorjahr 2022 wurden 969 Einsätze gezählt.
 
 
Larissa Metzger (links) traf sich mit ehrenamtlich aktiven Mitgliedern des Sprachpools Offenburg zum jährlichen Austausch.
 
Viele Institutionen nutzen den Sprachpool bereits, wenn sie Gespräche mit Menschen mit Migrationsgeschichte führen. Aktuell betreffe das besonders oft Flüchtlinge, vor allem aus der Ukraine. Auch für EU-Bürger, die neu in Deutschland sind, wird der Pool regelmäßig genutzt. „Wir wollen dabei helfen, dass Sprachbarrieren überwunden werden und die Menschen ihre Anliegen gut vorbringen können“, sagt Larissa Metzger.
 
HintergrundDer Caritasverband Vordere Ortenau entstand 2023 durch die Verschmelzung der Caritasverbände Offenburg-Kehl und Acher-Renchtal. Er hat sich den Auftrag „Mit Herz und Hand. Gemeinsam. Vor Ort.“ gegeben und will weiterhin möglichst vielen Menschen eine Hilfestellung in den verschiedensten Lebenslagen bieten.Zum Dolmetscherpool Offenburg, der sich neu als Sprachpool bezeichnet, gehören ehrenamtliche Dolmetschende für Sprachen wie Arabisch, Ukrainisch und Russisch, Türkisch, Kurdisch und Polnisch. Auch ins Englische und Französische kann mündlich übersetzt werden, genau wie ins Chinesische Serbische, Kroatische, Bosnische und Tigrinya, der Sprache, die in Eritrea gesprochen wird.Kontakt per E-Mail: metzger@caritasvorort.de.